Im April machten sich einige ältere Pfadfinder:innen auf den Weg, um die Karawanken – einen Teil der Alpen zwischen Italien, Österreich und Slowenien – zu überqueren und dabei die nächsten Fahrten und Lager zu planen.

Nach einer langen und trotzdem lustigen Zugfahrt standen wir in Tarvisio, einem kleinen italienischen Bergdorf am Bahnsteig. Mit Sonnenschein und frischer Bergluft brachen wir zu unserem ersten Ziel auf: einer kleinen Kirche in Fusine in Valromana.

Beeindruckt von den schneebedeckten Gipfeln, die links und rechts unseres Weges aufragten, wanderten wir entlang eines türkis-blauen Wildbachs und genossen die naturbelassene Umgebung. Nach einigen Tagen starteten wir in die erste Bergetappe, die uns zum sogenannten „Drei-Länder-Eck“ führen sollte: der Gipfel des Monte Forno, auf dem sich die Grenzen von Italien, Slowenien und Österreich treffen. Trotz eisigem Wind verbrachten wir eine Weile auf dem Gipfel, um den Ausblick in drei Nationen gleichzeitig zu genießen. Nach einer sternenklaren Nacht auf dem Berg begannen wir am nächsten Morgen mit dem Abstieg ins nächste Tal, um unsere Vorräte aufzufüllen. In den kleinen slowenischen Dörfern lernten wir die Freundlichkeit der Menschen schätzen und konnten unsere Zelte auf der Wiese eines Landwirts aufschlagen. Von dort aus begannen wir mit dem nächsten Anstieg. Schon der erste Bergsattel forderte uns heraus, aber nach einiger Anstrengung standen wir dort oben mit einem atemberaubenden Ausblick. Auf dem weiteren Weg erschwerten Schnee und Eis das Vorankommen an den Abhängen. Immer wieder versanken wir im Schnee, manchmal bis zur Hüfte. Doch Stück für Stück ließen wir die nächsten Berge hinter uns und gewannen dabei immer wieder neue Blickwinkel auf die schroffen Felswände der Karawanken. Schließlich war unser Ziel in Sicht: der Gipfel des Schwarzen Mittagskogels. Der letzte Anstieg führte uns über einen schmalen Bergkamm zum Gipfelkreuz auf knapp 2000 Höhenmetern.

Nachdem wir uns selbstverständlich in das Gipfelbuch am Gipfelkreuz eingetragen hatten, freuten wir uns alle wieder auf den Abstieg ins österreichische Villach. Dort durften wir nicht nur im Stammesheim einer lokalen Pfadfindergruppe übernachten, sondern auch an der Gruppenstunde der österreichischen Pfadfinder*innen teilnehmen. Nachdem wir zwischen den Gipfeln mehrfach Schnee eingeschmolzen hatten, um unseren Wasservorrat aufzufüllen, freuten wir uns jetzt über den Luxus, in einer warmen Unterkunft ein Festmahl aus allen verbliebenen Lebensmitteln zu kochen. Die nächsten Tage verbrachten wir in Villach, wo wir die Ideen, die wir an den Abenden in den Bergen gesammelt hatten, weiterentwickelten und finalisierten.

Glücklich und immer noch beeindruckt von den steilen Felswänden und schneebedeckten Gipfeln mit wilden Gämsen und Greifvögeln traten wir schließlich wieder im Nachtzug die Rückreise nach Probsteierhagen an.