Unter dem Motto „Gauner und Spione“ verbrachten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Stammes INDAGO ihr diesjähriges Sommerlager in Groß-Gerau (Hessen), was in der Nähe von Frankfurt am Main liegt.

Zu Beginn der Fahrt trafen sie sich am Abend des 04.07. am Kieler Hauptbahnhof, um von dort aus über Hamburg
nach Frankfurt zu fahren. In Frankfurt angekommen ging es am frühen Morgen mit der S-Bahn weiter nach Groß-Gerau. In Groß-Gerau angekommen, ging es dann zu Fuß zum Zeltplatz, wo sie dann erstmal Schlaf nachholten. Danach
wurden die Jurten und Kothen aufgebaut, damit alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder auch sicher schlafen konnten.
Gleichzeitig wurde auch von einigen ein begehbares Lagertor aus Baumstämmen erbaut. Nachdem das nun erledigt
war, fanden in den nächsten Tagen AGs und Theaterproben statt. Bei den AGs konnte man Windlichter, Fackeln und
andere Projekte aus Holz bauen oder auch lernen, mit Geheimschrift und Codes umzugehen. Beim Theater wurde ein
passendes Stück zum Motto des Sommerlagers geübt und vorgetragen. Am nächsten Tag fand das Geländespiel statt,
bei dem die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Kleingruppen einen Diebstahl aufklären mussten. Jede Gruppe schlüpfte
dazu in eine Rolle und erhielt Informationen, wie sich diese Rolle im weiteren Spiel verhalten muss, um den Diebstahl
aufzuklären. So sollte beispielsweise das „Täterteam“ sich so verhalten, dass niemand mitbekommt, dass sie die Täter
waren. Eine andere Gruppe dagegen wusste von der eigenen Unschuld und sollte nun Beweise sammeln. Ein Team hatte
es ganz schwer, denn es bekam den Auftrag, andere Teams nach Informationen zu fragen, um so den Täter zu bestimmen. Es wurden Fingerabdrücke von allen gesammelt und im selbstgebauten Labor ausgewertet, eine Uhr auf einem
verdächtigen Bild gefunden und andere Beweismittel genau untersucht. So konnten am Ende die Täter identifiziert und
die gestohlenen Marshmallows sichergestellt werden. Am Ende des Tages wurde dann gesungen und von einigen im
Dunkeln Ticker gespielt.

Am nächsten Tag ging es auf die Hajks (Wanderungen). Ein Hajk führte die Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu einem
Park sowie einem Schloss, in dessen Nähe sie die Nacht in einem Gemeindehaus verbrachten. Eine andere Hajkgruppe
ist zu einem See in der Nähe gewandert, hat ein Eis gegessen und die Nacht wieder auf dem Zeltplatz verbracht. Der
letzte Hajk hatte die nächstgelegene Stadt zum Ziel, in der die Pfadfinderinnen und Pfadfinder eine Kirche gefunden
haben, in der sie übernachten durften. Diese kleinen Wanderungen sind immer besonders, weil sich dabei spannende
Dinge ereignen: Eine Gruppe ist lange durch ein ausgetrocknetes Flussbett gewandert, während ein anderer Hajk Besuch von einem Menschen bekam, der nur Gebärdensprache konnte. Ausgeschlafen ging es dann nach der
Hajknacht zurück zum Zeltplatz und nach kurzem Ausruhen ins Freibad. Abends gab es dann noch eine Werwolf-Runde.
Am darauffolgenden Tag ging es nun endlich nach Frankfurt und raus aus Groß-Gerau. In Frankfurt erfolgte ein Besuch
in der Experimenta, wo man selbst Dinge ausprobieren konnte. Nach dem Besuch gab es einen Stadtrundgang, bei
dem man sich dann noch Souvenirs kaufen, Frankfurt von oben sehen oder sich nochmal mit Snacks eindecken konnte. Zurück auf dem Platz wurde wieder gesungen und freiwillig die Sterne angeschaut.

Am vorletzten Tag gab es noch
einmal AGs, eine Lagerolympiade, zum Abend das einstudierte Theater und den „Bunten Abend“. An diesem Abend
gibt es kein festes Programm, stattdessen kann jeder was vortragen. Dafür bespricht man die eigene Idee vorher mit
der leitenden Person für den bunten Abend, die anschließend alle Beiträge koordiniert und den Abend leitet. Bei
dem Bunten Abend wurden viele Dinge präsentiert, wie das Wettbewerbsspiel „Auf den Tisch des Hauses“. Es wurde
außerdem viel Tschai (ein besonderer Tee) getrunken, bevor zwei Wölflinge endlich ihr Halstuch bekommen haben und
zwei Pfadinderinnen als Sipplinge in den Stamm aufgenommen wurden, die wie alle anderen Sipplinge auch auf dem
Sommerlager gezeigt haben, dass sie Verantwortung übernehmen können.
Am letzten Tag wurde alles abgebaut und das Lager reflektiert. Dabei haben die Pfadfinderinnen und Pfadfinder auch
viele kleine Momente Revue passieren lassen, wie die Befreiung eines Waldkauzes aus einem Lüftungsrohr, den Besuch einer kleinen Schlange, das nächtliche Rascheln der Igel um die Zelte herum, weil der Zeltplatz mitten im Naturschutzgebiet lag, und der Moment, als der Pfannkuchen sich zum ersten Mal perfekt in der Luft gedreht hat, um von der
anderen Seite goldbraun zu werden. Auch die großen und lauten Erlebnisse wurden nicht vergessen, wie die ständig
notwendigen Gesprächsunterbrechungen durch den Lärm der abhebenden Flugzeuge oder die Hitze, die im kühlen
Wald gerade noch auszuhalten war.
Nachdem die Pfadfinderinnen und Pfadfinder dann mit einer Stunde Verspätung in Kiel angekommen waren, wurde
das Lager mit dem Abschlusskreis beendet.

